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1)  für den Betrieb nötige Komponenten bzw. Systeme

Folgende Komponenten müssen für den Strahlbetrieb eingeschaltet sein:

a)   alle Hauptmagnete (PS ein und VME ein)

b)   alle Korrekturmagnete

c)   alle Magnete im L-Weg

d)   Hochfrequenz  (Kommentar dazu unten…)

e)   Kicker und Septa (Netz, HV und Trigger ein)

für die Injektion werden benötigt: Kicker2_EInj bzw. Kicker2_PInj und SeptumInj

für die Extraktion zu Petra werden benötigt: Kicker40_ESeptum42_E sowie BeamBumpH_E

für den gezielten Strahldump werden benötigt: Kicker24_RSeptum26A_R und Septum26B_R   sowie Kicker16p

(Interlockbedingungen können das Einschalten von Extraktionselementen verhindern)

(Netz und HV sind für alle Elemente immer eingeschaltet, je nach Betriebsmode werden z.B. über den Umschaltmanager die Trims geschaltet)

f)    Postlinac-Chopper

Weiterhin muss sichergestellt sein, dass 

g)   alle Vakuumschieber offen sind

h)   weder im L-Weg noch in DESYII ein Schirmmonitor reingefahren ist


Zum Einschalten aller Komponenten sollte die Sequenz "Maschine-einschalten" verwendet werden.

(für alle Kicker und Septa werden hierdurch Netz und HV eingeschaltet, für die Elemente, die in allen Betriebsmoden nötig sind, auch die Trims; alle anderen Trims werden vom Umschaltmanager gesetzt)


2)  Maschinenzustände anfahren 

Zum Anfahren von Maschinenzuständen wird der DESYII-File-Operatorverwendet. Für jede Teilchenart gibt es Filessymbolische Filesund Sequenzen, wobei normalerweise nur die Files der  aktuellen Teilchenart angezeigt werden. Die Bedienung erfolgt im Routinebetrieb ausschließlich über Sequenzen oder symbolische Files.

a)   L-Weg

Die L-Weg-Magnete müssen für den Strahlbetrieb in einem kontrolliert massiertem Zustand sein. Hierzu dient die Sequenz „...: L-Weg-Massage

Diese Sequenz endet allerdings nicht in einem Betriebszustand. Hierfür wird noch die folgende Sequenz (b) verwendet.

b)   DESYII

DESYII muss nicht massiert werden. Der Betriebszustand wird eingestellt (auch nach Sparzustand) mit der Sequenz„...: Betriebsfile einstellen

c)   Teilchenartumschaltung

Die Teilchenartumschaltung für DESYII und den L-Weg, also inklusive der nötigen Massage, erfolgt über die Sequenz „Umschaltung auf ... Betrieb“ und endet in einem betriebsbereiten Zustand.

d)   Sparzustand

DESYII kann in einen Sparzustand gefahren werden. Dies geschieht mit der Filefolge „...: Sparzustand einstellen“

Vom Umschaltmanager aus wird dieser Sparzustand nach einer voreingestellten Wartezeit ohne Strahlbedarf automatisch angefahren.


Die aktuell gültigen Einstellungen für den Strahlbetrieb sind in Files gespeichert, die im Filekatalog verwaltet werden. Jeder File enthält immer alle Parameter zum Zeitpunkt der Speicherung. Im Katalogfenster können Filevergleiche usw. vorgenommen werden. 

Die für den Betrieb relevanten Files sind zwei symbolischen Files  zugeordnet:

a)   aktuelles Betriebsfile

mit diesem File werden die aktuell gültigen Parameter für den DESY-Strahlbetrieb außer Extraktion angefahren

b)   aktuelle Extraktion

mit diesem File werden nur die Einstellungen für die Extraktionangefahren

(Auf diese Weise können Optimierungen für den DESYII-Strahlbetrieb selbst (L-Weg, Injektion, Emin, Tunes usw.) von denen für die Extraktion getrennt werden; bei Änderungen an der Extraktion müssen vor dem File-Erzeugen nicht alle Maschineneinstellungen sorgfältig geprüft und gegebenenfalls nachoptimiert werden.)

Diesen symbolischen, in den Sequenzen fest enthaltenen aktuellen Files können wiederum die Schnellfiles „Extraktion 1“, BetriebsFile 1“ usw. zugewiesen werden. Je nach gewünschtem Extraktionsmode können dann hier die entsprechenden Einstellungen (z.B. Extraktion2 für Petra bei 5GeV, Extraktion1 für Petra bei 6GeV usw.) gesichert und wieder angefahren werden. 

Im Feld für symbolische Files kann direkt und ohne über den Weg der Kataloganwahl der aktuelle Maschinenzustand gesichert und ein neues File erzeugt werden, dann mit sofortiger Zuweisung zum angewählten symbolischen File.

Auf der DESYII-Tafel ist gegebenenfalls angegeben, wenn die Betriebsfiles zu bestimmten Maschinenzuständen (z.B. Senderkonfigurationen) zugeordnet sind.

            

3)  Schalten der Betriebsmoden

Die Betriebsmoden werden im Routinebetrieb automatisch vom „Umschaltmanager“ je nach vorliegendem Strahlbedarf geschaltet. 

Alle Automatismen können deaktiviert werden, so dass auch eine manuelle Modeumschaltung möglich ist.

Liegt kein Strahlbedarf vor, werden vom Umschaltmanager auch die PIA-Kicker und die DESY-HF-Ansteuerung ausgeschaltet und bei erneutem Strahlbedarf automatisch wieder eingeschaltet. (Letzteres kann einige Sekunden in Anspruch nehmen, die HF-Amplitude fährt nicht schlagartig hoch…)

Nach einer vorgegebenen Wartezeit ohne Strahlbedarf wird beim LINACII die Gun ausgeschaltet und DESYII in den Sparzustand gefahren. Diese Sparzustände werden bei erneutem Strahlbedarf nicht automatisch aufgehoben, die Gun muss dann manuell wieder eingeschaltet werden, bei DESY muss die Sequenz „...: Betriebsfile einstellen“ angefahren werden.


4) Erstellen eines neuen Betriebsfiles

Da in den Files immer ausnahmslos alle Werte gespeichert werden, müssen bei der Erstellung eines neuen Files für den Routinebetrieb auch alle für den Betrieb wichtigen Einstellungen kontrolliert und gegebenenfalls optimiert werden. Anderenfalls besteht die große Gefahr, dass zufällig oder unabsichtlich bestehende Abweichungen vom optimalen Maschinenzustand unbewusst in den Betriebszustand übernommen werden.

Ablauf:

  • sicherstellen, dass alle Komponenten eingeschaltet sind und keine Fehlermeldung auf dem Alarmschirm vorliegt
  • gegebenenfalls alle Targets rausfahren, um die nahezu verlustfreie Injektion prüfen zu können
  • sicherstellen, dass die L-Weg-Massage sauber abgelaufen und das alte Betriebsfile eingestellt ist
  • PIA-Extraktion gemäß Ablagen im L-Weg auf Referenz einstellen
  • gegebenenfalls PL-Chopper-Pulsbreite prüfen bzw. einstellen (ohne Plateau)
  • L-Weg-Ablagen kontrollieren bzw. korrigieren, dabei aber möglichst viele Korrektoren bei 0A belassen
  • mit SVL51 den Strahl bezüglich PLC-Puls einstellen (höherer Strom vermeidet mehr Nachbunche, niedrigerer Strom mehr Vorbunche)
  • L-Weg-Ablagen kontrollieren bzw. nachkorrigieren
  • PL-Chopper-Pulsposition auf optimale Transmission durch den L-Weg einstellen
  • Chopperblenden kontrollieren bzw. einstellen
  • Emin kontrollieren bzw. einstellen (typischerweise bei 452-455MeV)
  • gegebenenfalls Emax kontrollieren bzw. einstellen
  • Tunes bei Emin kontrollieren bzw. einstellen (typischerweise Qx: 0.725, Qz: =.705)
  • Tunes bei Emax kontrollieren bzw. einstellen(Qx: 0.71, Qz: =.72)
  • gegebenenfalls auch den Tuneverlauf prüfen
  • saubere Injektion in DESYII einstellen
  • Targetbeule bei TB21 einstellen, wenn nicht schon drin
  • AM bei hoher Strahlintensität prüfen bzw. einstellen (im HF-Konsolprogramm)
  • Timing der beiden Anregungskicker prüfen bzw. einstellen, HV aber wieder ausschalten
  • neues File speichern
  • File zuweisen
  • Referenz für die L-Weg-Ablagen speichern
  • Referenzen der gepulsten Elemente prüfen und gegebenenfalls neu speichern

                      

5) Betrieb für Teststrahlen   

Für den Betrieb für Teststrahlnutzer muss sich das jeweilige Target des Teststrahls im Strahl befinden. Die aktuellen Targetpositionen finden sich an der DESYII-Tafel (hier in confluence). Da im Strahl befindliche Targets Strahlverluste verursachen, sollten sie aber auch wieder auf die innere Endposition (-80/-50) gefahren werden, solange es für längere Zeit keine Teststrahlnutzung gibt.

Sollte im gesamten Fahrbereich einer Targetstellung bei Teststrahlbedarf kein Signal zu finden sein, muss die Targetstellung geändert werden (Rotation). Zuvor muss aber immer auf die innere Endposition (-80/-50) gefahren werden!


6) Ausschalten

Für das Ausschalten aller Komponenten steht die Sequenz "Maschine-runterfahren-und-ausschalten" zur Verfügung, z.B. zur Vorbereitung eines Zugangs.

Für längere Betriebsunterbrechungen werden auch alle Vakuumschieber (vier in DESYII sowie einige in den angrenzenden Transportwegen) geschlossen. Sollte es sich nicht um eine geplante Betriebsunterbrechung (z.B. geplante Wartung) handeln, soll die MVS-Rufbereitschaft informiert werden.




Kommentar zur Hochfrequenz:

DESYII verfügt über zwei unabhängige Senderanlagen („Nord“ und „Süd“, jeweils auf vier Cavities wirkend), von denen für den 6.3GeV-Betrieb nur eine nötig ist. MHF-e nimmt gegebenenfalls die Umschaltungen (Sender und Cavities) vor; der jeweils nicht in Betrieb befindliche Sender ist im Standby, die Fehlermeldungen sind entsprechend gebrückt.

Jede Umschaltung muss im DESY-Logbuch dokumentiert werden, da sie u.a. auch zu kleinen Orbitänderungen führt.

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